Navigation ein/aus

Jornadas Hispánicas 2016

Ein Spanisch Seminar, ein Fachleiter, ein Ziel: Greifswald.

KLE_GyGe_Spanisch3_150             KLE_GyGe_Spanisch1_150              KLE_GyGe_Spanisch2_150

„Habe ich schon mal gehört“, bekundet die eine. „Ist das nicht irgendwo im Süden?“, fragt sich die andere. „Ne, es geht in den Osten!“, stellt eine dritte klar. Der kurze Schreckmoment verzieht so schnell, wie er gekommen ist. Herr Heirich, unser Fachleiter, beginnt auszuholen. Wir fühlen uns fast wie in Cornwall, während er uns den Himmel auf Erden für Spanisch Referendare malerisch bunt in  greifbare Nähe holt. In Gedanken wandern wir schon die Küste Greifswalds entlang, es weht eine leichte, salzige Brise, unser Haar zerzausend. Und spätestens mit dem „Captains Dinner“ hat er uns alle in seinen Bann gezogen. Greifswald, da wollten wir doch schon immer mal hin, her mit den Anmeldungen! Und so melden sich acht frisch gebackene Referendare, die sich gerade erste kennengelernt haben, für einen Roadtrip ins Ungewisse an. Kurz vor den Sommerferien, die ersten  UB haben wir bereits bestritten, kommen die ersten Zweifel auf. War das wirklich so eine gute Entscheidung? Schließlich kennen wir uns doch kaum, und dann noch mit dem Seminarleiter, der uns bewerten muss, in so einem frühen Stadium schon eine Reise antreten?

Es sind Sommerferien und irgendwann in der letzten Woche werden die ersten Mitteilungen ausgetauscht. Es bildet sich eine Task-Force. Eine Unterkunft muss her, wer hat ein Auto, wer kann fahren? Schnell stellt sich heraus, dass wir es alle möglichst unkompliziert und vor allem günstig halten wollen. Zwei Zimmer in der Jugendherberge Greifswald sind gebucht, Herr Behet freut sich, denn er ist der einzige männliche Referendarsteilnehmer der Gruppe und muss sich wohl oder übel  in sein Schicksal fügen und ein Mädchenzimmer beziehen. Doch soll ihm diese Freude  leider  verwehrt bleiben. Eine Woche vor Abfahrt muss er seine Teilnahme zurückziehen, in der Familie wird seine Hilfe benötigt  und  wie  sagt  er  doch  steht’s  so  trefflich:  Wer  nicht  tüchtig  kneten  kann,  ist kein rechter Bäckersmann... Unglücklicherweise fällt damit unser Tourbus weg und neue Fahrmöglichkeiten müssen erschlossen werden. Zum Glück findet sich schnell eine Lösung und am 15.09.2016 ist es endlich soweit, von Oberhausen und Duisburg aus machen sich zwei Autos, vollbesetzt mit hochmotivierten Frauen und einem fast noch euphorischerem Fachleiter, auf, um gen Osten zu fahren und ein neues Stück Erde zu erkunden. Auto eins, mit der kleineren Besetzung, trifft gegen Nachmittag in Greifswald ein. Die Jugendherberge ist schnell gefunden und schon beim Öffnen der Autotüren weht uns eine salzige Brise entgegen, man riecht das Meer. Frohen Mutes betreten  wir das Gebäude – der Geruch einer Jugendherberge, unbeschreiblich! Wir alle fühlen uns in die Schulzeit zurückversetzt, die erste Klassenfahrt, welch‘ Erinnerungen. Die Betten sind schnell bezogen, man beachtet nicht weiter die Geschenke, die die wohl etwas jüngeren Besucher über die Jahre an den Holzrahmen der Betten zurückgelassen haben. Auf dem Hof befinden sich zahlreiche Freizeitaktivitätsangebote. Basketballkörbe, Tischtennisplatten und sogar eine dieser unsäglichen Drehscheiben, mit der man als Kind fröhlich lachend Runde um Runde gedreht hat, von der man heute respektvoll Abstand hält. Da die Ankunft des zweiten Wagens noch in der Ferne liegt, beschließen wir unseren ersten Programmpunkt der Jornadas zu bestreiten, den Sektempfang. Doch tatsächlich schaffen wir es - früher als gedacht - die Loefflerstraße zu erreichen und können zuvor noch am Plenarvortrag von Daniel Cassany teilnehmen. Greifswald scheint überschaubar zu sein, vereinzelt hören wir auch, dass man die Stadt das Kleve des Ostens nennt.

Der Vortrag ist interessant, allein dass er auf Spanisch gehalten wird ist eine Wonne für unsere  Ohren. Anerkennend nicken wir uns zu, da hat Herr Heirich nicht zu viel versprochen. Gespannt lauschen wir dem Ende des Vortrages und begeben uns dann voller Vorfreude zum Sektempfang.   Wir stürzen uns ins Getümmel, doch die Stimmung ist noch etwas verhalten. Keiner traut sich an die Canapes, das wollen wir ändern, beherzt greifen wir zu und genießen die Appetithäppchen bei einem Glas Sekt. Die ersten Kontakte werden geknüpft, Referendare und Studenten aus Kiel sind angereist. Über diese sogenannte Anreise können wir natürlich nur zaghaft lächeln und sind in Gedanken bei Auto Nr. 2, das immer noch unterwegs ist. Als sich die Besuchermassen lichten, machen wir uns auf, die kulinarische Szene Greifswald kennenzulernen. Und da diese Tage unter der spanischen Flagge stehen, entscheiden wir uns für ein (das einzige) Tapas-Restaurant von Greifswald. Von der Jugendherbergsleitung vage empfohlen („da gibt es wohl eins, aber da essen wir nicht.“) entpuppt es sich als ein etwas teures, aber leckeres Restaurant. Was man in Greifswald so unter spanischen Tapas versteht, sei dahin gestellt. Gemütlich lassen wir den Abend bei Hierbas und Mojito ausklingen, und dann ist er endlich gekommen, der Moment der Wiedervereinigung. Freudig laufen wir die Treppen hoch und hören das Gelächter schon über den Flur schallen. Im Zimmer sitzen vier Frauen, die trotz langer Anreise noch bester Laune sind. Eine Autofahrt mit Herrn Heirich, so versichern sie  uns, ist jede noch so weite Anreise wert. An Unterhaltungswert kaum zu übertreffen, sei es eine sehr angenehme Reise gewesen. Ein Fachleiter, der aus dem Nähkästchen plaudert, dies zu vertiefen bedürfte     einer     weiteren     Publikation:     Die     Reisetagebücher     des     M.     Heirich.   Nachdem die erste Euphorie über die Zusammenkunft in Müdigkeit umschwenkt, die Zwerchfelle  eine Pause verdienen, verabschieden wir uns in die Nachtruhe und träumen schon voller Vorfreude von dem darauffolgenden, ereignisreichen Tag.

Es ist halb acht, die Wecker  klingeln,  die  Schlangen  vor  den  Duschen  werden  immer  länger.  Nach einem ausgiebigen Frühstück wandern wir los. Als wir den Konferenzsaal erreichen, wartet Herr Heirich schon ganz gespannt auf uns und nach einem kurzen Austausch über den vorangegangenen Tag geht es los. Von „Flip your class – der Spanischunterricht als Flipped Classroom“ über „Mais: von der heiligen Pflanze der Mayas zum Biosprit“ bis hin zu „aprender jugando con el móvil: una propuesta de gamificación a través de la metodología – mobile learning“ ist für jeden etwas dabei. Wir teilen uns auf und treffen uns immer wieder in den Pausen im Hof. Dort steht ein großes Zelt,     in dem die verschiedensten Verlage ihre Waren preisbieten. Umgeben von den „Marktschreiern“ nimmt man Kaffee und Häppchen zu sich und es findet ein reger Austausch über die besuchten Workshops statt. Es ist auch Prominenz anwesend, Herr Grünewald und Frau Sommerfeldt mischen sich als lebende Werbung ihrer Werke unter die Menge. In der großen Mittagspause steht dann endlich eine gemeinsame Stadterkundung an. Wir spazieren über das Kopfsteinpflaster durch die Gässchen der Stadt, hier holt man sich ein Pommes, und noch ein Pommes, und vielleicht noch einen Salat, dort ein Eis und schließlich lassen wir uns auf einer Terrasse des Marktplatzes nieder und gönnen uns ein erfrischendes Kaltgetränk – oder auch einen Meter Bier. Zu unserer Freude lässt es sich Herr Heirich nicht nehmen, eine Runde zu spendieren und jovial begeben wir uns wieder zurück in die Workshops. Das Angebot ist riesig, man möchte so vieles sehen, am Ende spricht man sich ab, wählt die interessantesten Workshops aus und gibt später das erworbene Material weiter. Und auch die Verlage lassen sich nicht lumpen und schmeißen mit Rabatten förmlich um sich. Am Ende des Tages schleppt jeder einen Jutesack voll Schulmaterialien zur Jugendherberge, doch zum Stöbern bleibt nicht viel Zeit, denn der große Abend ist gekommen: Das Captains Dinner!

Auch hier hat uns unser Captain nicht zu viel versprochen. Eine große Auswahl an Köstlichkeiten erwartet uns in der zum Zwecke der Veranstaltung festlich geschmückten Mensa der Universität Greifswald. Ob Fisch oder Fleisch oder doch lieber ein vegetarisches Gericht – für jeden Geschmack  ist etwas dabei. In fröhlicher Runde plaudern wir über den erlebnisreichen Tag und lassen diesen bei dem gebotenen Abendprogramm gemütlich ausklingen.

Der nächste Morgen: Es ist halb acht, die Wecker klingeln, die Schlangen vor den Duschen werden immer länger. Nach einem ausgiebigen Frühstück, machen wir uns mit den bereits gepackten Taschen im Kofferraum auf den Weg zur Universität Greifswald. Motiviert und erwartungsvoll  stürzen wir uns in die nächste Runde der Jornadas. Wieder wird uns ein buntes Programm geboten. Von der „didaktischen Umsetzung der Behandlung von Geschichte und Politik im  Spanischunterricht“, über „instrumentos de evaluación y aprendizaje reflexivo“, bis hin zur filmischen Vermittlung des „Día de los Muertos“ arbeiten wir uns durch die spanischsprachigen Vorträge an diesem sonnigen Samstagvormittag.

In der Pause gibt es zur Stärkung einen Kaffee und weiter geht die Reise durch die Welt der Verlage, die sich gerade am letzten Tag besonders großzügig erweisen.

Schließlich geht es mit vielen Materialien für unseren Unterricht und schönen Erinnerungen an die gemeinsamen zwei Tage im Osten wieder Richtung Heimat.

 

Weitere Behörden und Einrichtungen

Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW Bezirksregierungen Landesprüfungsamt

© 2013 - 2017 Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Kleve