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Umparken im Kopf - Die eigene Muttersprache als "Sprachenmutter" begreifen

Zu einer lebhaften wie interessanten Fachseminarsitzung Englisch durften die Studienreferendarinnen und -referendare für das Gymnasium und die Gesamtschule des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung in Kleve am Donnerstag, 4. Oktober 2018 den renommierten wie anerkannten Fremdsprachendidaktiker Prof. Wolfgang Butzkamm als Gast begrüßen.

So schilderte der Emeritus der RWTH Aachen den jungen angehenden Lehrerinnen und Lehrern als Begründer der funktionalen Fremdsprachigkeit in einem kurzweiligen wie anschaulichen Vortrag, dass zwar im Fremdsprachenerwerb die zu erwerbende Fremdsprache als lingua francaim Unterricht durchgesetzt werden müsse, jedoch die Hilfe für den Erwerb derselben die Muttersprache der Schülerinnen und Schüler selbst sei.

Mit dem Verweis auf die sogenannte „fünffache Mitgift der Muttersprache“, und hier sei nur exemplarisch etwa das intuive Auffassen einer grammatischen Grundordnung im frühen Kindesalter genannt, zeichnete Butzkamm den Studienreferendarinnen und -referendaren den Weg nach zu unendlichen vielen Kombinationsmöglichkeiten eines begrenzten Repertoires menschlicher muttersprachlicher Lautabfolgen.

Eindringlich appellierte Butzkamm zu einem Paradigmenwechsel im Fremdsprachenerwerb: Frühkindlich erworbene Fähig-, Fertigkeiten können und müssen später für den Fremdsprachenerwerb fruchtbar gemacht werden, indem Lehrerinnen und Lehrer die Muttersprache/n ihrer Schülerinnen und Schüler nicht als „Nothelfer oder Feuerwehr, sondern als Geburtshelfer“ der zu erwerbenden Fremdsprache machen!

Auf die Frage, wie das denn nun unterrichtlich umzusetzen sei, erläuterte Butkamm anschaulich, dass der Fremdsprachenlehrer „die Bauform der Sprache immer sofort mitliefern“ müsse. Z. B. werde die Phrase Enjoy your meal  besser mit „Genieße dein Essen“, anstelle von „Guten Appetit“ der Lerngruppe muttersprachlich gespiegelt.

Fremdsprachliche Äußerungen seien, und das sei in seinem Ansatz wichtig, der Form und dem Inhalt nach zu verstehen, um sie erfolgreich und variabel verwenden zu können.

Am Ende eines lebhaften wie lehrreichen Nachmittags nahmen die angehenden Lehrerinnen und Lehrer für ihren eigenen Fremdsprachenunterricht mit: Im Sinne eines Brückendeutsch ist die sprachliche Bauform unabdingbar notwendig, um den fremdsprachlichen Ausdruck zu verstehen. Ist dieser Akt vollzogen, können unendlich viele neue Satzgefüge vom Lernenden immer wieder neu konstruiert werden.

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