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„Wer sagt, dass die Ausbildung einfach war, schaut durch eine rosarote Brille!“

Referendariat - 18 Monate zwischen Himmel und Hölle !?

 

„Mensch, bin ich froh, dass mein letzter UB gut gelaufen ist. Das war im Vorfeld aber auch Stress vom Allerfeinsten. Schließlich musste ich den UB noch neben dem normalen bdU und UuA vorbereiten. Aber Erkenntnisse aus der letzen UNB mit meinem FL und der POB-C mit meiner KSL haben mir geholfen, sodass ich der UPP relativ gelassen entgegen sehe, obwohl ich mir den Ablauf des Prüfungstages in der OVP und das KC noch mal genau ansehen muss.“

Ein Gespräch zwischen Außerirdischen? – Mitnichten: Zwei LAA, pardon, Lehramtsanwärter, unterhalten sich über ihren letzten Unterrichtsbesuch im Rahmen ihrer Ausbildung. Inhalt des Geheimcodes: Der Kandidat ist mit seinem Ausbildungsstand sehr zufrieden und sieht seiner Prüfung gelassen entgegen.

UB Unterrichtsbesuch
bdU bedarfsdeckender Unterricht
UuA Unterricht unter Anleitung
UNB Unterrichtsnachbesprechung
FL Fachleiter
POB-C personenorientierte Beratung mit Coachingelementen
KSL Kernseminarleiterin
UPP 2 Unterrichtspraktische Prüfungen und Kolloquium am Prüfungstag
KC Kerncurriculum

Doch alles der Reihe nach. Mit Beginn des Referendariats tut sich tatsächlich eine scheinbar neue Welt auf, die nicht aus Problemen, sondern - wir denken positiv - aus EA (Entwicklungsaufgaben) besteht. Ein scheinbar so schlichter Satz wie „Mein Seminarstandort ist Kleve, meine Ausbildungsschule ist in Goch.“ birgt eine Unmenge solcher Entwicklungsaufgaben.

1. Entwicklungsaufgabe
Liegen Kleve und Goch wirklich noch in Deutschland? Ja !!! Und beide Städte haben wie die meisten Städte am Niederrhein Charme, sind reizvoll, nett, gemütlich, ...

2. Entwicklungsaufgabe
Ich muss mir unter Umständen eine kleine Wohnung suchen. Kein Problem! Wir sind ja schließlich nicht Köln oder Düsseldorf.

3. Entwicklungsaufgabe
Ich brauche unter Umständen ein Auto. Das könnte allerdings ein Problem werden. Nicht alle Schulorte liegen nah an einer Bahnlinie.

4.- ca. 28. Entwicklungsaufgabe
Ausbildung und Arbeit im Seminar - Der Alltag im Seminar ist vielfältig.
Zunächst wird der normale Mensch für 18 Monate zum Beamten auf Widerruf. Das ist nicht schlimm und hat durchaus auch Vorteile.
Sodann lernt man im Kernseminar seine LehramtsanwärterkollegInnen sowie den Kernseminarleiter/ die Kernseminarleiterin kennen. In den beiden Fachseminaren sitzt man wieder mit anderen LAA und dem Fachseminarleiter/ der Fachleiterin zusammen und es entwickeln sich schnell viele Kontakte. So ein Seminartag kann aufgrund der verschiedenen Fachkombinationen ggf. auch von 8.00 Uhr morgens bis 20.00 Uhr abends dauern. Aber man muss ja auch nur einmal in der Woche zum ZfsL nach Kleve fahren.
Damit sich alle Beteiligten besser kennenlernen, beginnt das Referendariat sanft mit einer einwöchigen Kompaktphase. Doch dann geht’s auch schon zur Sache. Schließlich will Mann/Frau ja wissen, wie Mann/Frau guten Unterricht macht. Schon in den ersten sechs Wochen gibt es ein EPG (Entwicklungs- und Planungsgespräch), welchem ein Einblick in eine Unterrichtsstunde vorausgeht. Zur Ausbildung gehören 5 Unterrichtsbesuche je Fach, vom 2. bis zum 5. Quartal muss man 9 Unterrichtsstunden pro Woche sogenannten bedarfsdeckenden Unterricht (BdU) erteilen.
In personenorientierten Beratungsgesprächen werden die persönlichen Kompetenzen, Stärken und Schwächen, auch Probleme und Entwicklungsaufgaben in den Blick genommen, um so für die verbleibende Ausbildungszeit Ziele zu formulieren, mit Hilfe derer die Profession weiterentwickelt werden kann.
Im sechsten Quartal der Ausbildung liegt der Prüfungstag. In der unterrichtspraktischen Prüfung (UPP) zeigen die LAA in jedem ihrer Fächer, was sie gelernt haben. Im abschließenden 45-minütigen Kolloquium setzen sich die Prüflinge mit komplexen pädagogischen Fragestellungen auseinander. Die Themen hierfür sind im Kerncurriculum beschrieben.

29. – ca. 98. Entwicklungsaufgabe
In der Schule
Nicht nur das oben beschriebene Leben im Seminar ist eine neue Welt, auch die Ausbildungsschule bietet ein breites Feld an persönlichen Entwicklungsaufgaben. Selbst wenn Sie zu Beginn der Ausbildung meinen, Schule sei Ihnen doch noch so vertraut von „damals“, dann vergessen Sie bitte nicht, dass Sie jetzt auf der anderen Seite, nämlich auf der Lehrer-Seite stehen. Und aus dieser Perspektive gewinnt Schule auf einmal ganz andere Reize.
Sie lernen viele Lehrer-Kolleginnen und Kollegen kennen, bekommen je Fach einen Mentor/ eine Mentorin zugeteilt, der Ihre Ausbildung vor Ort unterstützt, ein ABB (Ausbildungsbeauftragter) steht Ihnen allgemein zur Seite und die Schulleitung freut sich über frisches Blut in eigenen Reihen.
Und dann kommen gaaaaaaanz viele Schülerinnen und Schüler, die Sie in den ersten Tagen mit Fragen überfallen werden. Selbst wenn Sie in den ersten Wochen überwiegend hospitieren, d.h. Unterricht beobachten, nutzen Sie jede Chance, um mit Schülern ins Gespräch zu kommen. Hier legen Sie das Fundament für ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Ihnen und den Kindern und Jugendlichen. Und nichts ist wichtiger, als ein guter Draht zu den Schülerinnen und Schülern!
Sehr schnell starten Sie Ihre ersten zarten eigenen Unterrichtsversuche, denn nach drei Monaten stehen Sie schon völlig eigenverantwortlich vor einigen Klassen. Nur Mut, auch in der Schule ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!!!
Zum weiteren Schulalltag gehören Pausenaufsichten, Klassenfahrten, Konferenzen, Gespräche mit Kollegen und Schülereltern, ...
Sie werden rasch feststellen, dass kein Tag dem anderen gleicht. Das ist einerseits das Reizvolle an unserem Beruf, andererseits zieht es aber auch gewaltig an den persönlichen Kraftreserven. Wenn Sie deshalb eines Tages innerhalb Ihrer Ausbildung denken, der persönliche Energie-Akku sei leer, dann vergessen Sie nicht, dass es auch noch ein Leben neben dem Referendariat gibt. Gehen Sie mit netten Menschen abends essen, unternehmen Sie etwas Nettes oder Verrücktes, denn das normale Leben geht weiter.
Und schließlich werden Sie staunen, wie schnell die 18 Monate umgegangen sind. Das wäre geschafft!

Es liegt stark an Ihnen, was Sie aus dieser Zeit machen. Wir kennen viele Referendare und Referendarinnen, die gerne an diese Zeit zurückdenken, trotz einer Menge Arbeit und Stress. Sie denken besonders zurück an das gute Verhältnis unter den LAA und an nette Kontakte zu den Seminarausbildern (ehrlich!).

Also, nur Mut, be a hero, become a teacher !

 

 

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